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Mit den Freizeitclubs unterwegs
Eine Führung über den Karlsruher Hauptfriedhof

Eine Führung über den Karlsruher Hauptfriedhof

Eine Fläche von 34 ha umfasst der parkartige Karlsruher Hauptfriedhof, und beherbergt heute die Gräber von rund 32000 Verstorbenen. 1874, als der Friedhof angelegt wurde, lag er praktisch im Osten noch außerhalb der Stadtgrenzen. Heute liegt er an der Haid-und-Neu-Straße zwischen der Innenstadt und den Stadtteilen Rintheim und Hagsfeld. Knorrige Platanenbäume säumen seine geschwungenen Wege
Er ist der älteste deutsche Parkfriedhof und bietet auch heute wieder moderne Bestattungsformen, wie „Mein letzter Garten“ und eine Baumbestattung. Ferner gibt auch einen Teil für jüdische und jüdisch-orthodoxe Bestattungen sowie ein muslimisches Gräberfeld.
Riesiger Baumbestand, facettenreiche Grabmale, unterschiedliche Ruhezonen

Der Eingangsbereich mit großer Kapelle und Säulengang

„Ich hab gehört, die Führungen auf dem Hauptfriedhof sind so gut, die würde ich gern mal mitmachen. Könnt ihr nicht mal eine ins Freizeitclub-Programm aufnehmen?“
Diesen Wunsch haben wir jetzt kürzlich erfüllt. Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich 20 Clubmitglieder vor dem Haupteingang und begleiteten die Kunsthistorikerin Simone Maria Dietz über den Hauptfriedhof, der zu den ältesten Parkfriedhöfen Deutschlands gehört und mit seinem riesigen Baumbestand, den völlig unterschiedlichen Grabzeichen und Ruhezonen einen faszinierenden Anblick bietet.

In der Großen Kapelle

"Zwei Stunden reichen nicht, um Ihnen alles zu zeigen", lächelte Simone Maria Dietz. "Wir könnten ohne weiteres auch zwei Tage hier verbringen".
Als erstes zeigte sie uns den prachtvollen Ehrenhof mit den Gräbern ringsherum und versetzte uns in die Zeit, als der Hauptfriedhof nur mühevoll über einen Fußweg erreichbar war und die Toten mit einem Karren oder einer Kutsche - je nach Stellung der Familie - von ihrem Wohnhaus transportiert wurden.
Kriegsgräberstätten und Kindergräberfeld
Wir saßen in der großen Kapelle, spazierten über das Feld mit den prächtigen schwarzen Grabmälern reicher Sinti und Roma-Familien, standen vor dem bunten, mit Spielzeug, Engeln, Blumen geschmückten Kindergräberfeld, in denen totgeborene Kinder begraben werden können, kamen vorbei an den Kriegsgräberstätten, besuchten den Lebensgarten, und das neu angelegte Feld "Vier Jahreszeiten". Wir standen auch vor den Gräbern berühmter Karlsruher Persönlichkeiten, wie Hermann Billing, Hans Thoma, Karl Friedrich Drais und Reinhold Frank.

Traditionelle Grabgestaltung...

... und ein moderner Grabstein

Die zwei Stunden vergingen wie im Flug, und doch hatten wir nur einen kleinen Teil des riesigen Areals gesehen und einen kleinen Eindruck davon gewonnen, wie viele Ideen, wie viel Trost man hier finden kann und wie sich die Friedhofskultur verändert - weg vom großen Grabmal, das oft nicht mehr gepflegt werden kann, weil die Angehörigen in alle Winde verstreut sind. Heute gibt es nur noch 20% Erdbestattungen, hörten wir. Inzwischen sind es 80% Urnengräber.
Wir waren heute als Besucher hier und konnten einerseits die Schönheit des facettenreichen Parks auf uns wirken lassen, andererseits bekamen wir einen Begriff von all den Entscheidungen, die zum Tod gehören. "Sie können uns jederzeit im Info-Center besuchen, gerne beantworten wir ihre Fragen und zeigen ihnen die Möglichkeiten". Das sollte man auch wirklich tun.
Abschluss in der Hoepfner-Burg
Nach guter alter Freizeitclub-Tradition folgt auf die Kultur die Einkehr. Nicht die innere, sondern die Einkehr zwecks Stillens von Hunger und Durst. Aufwärmen mussten wir uns heute angesichts des freundlichen Frühherbstwetters auch nach der ausgiebigen Führung nicht, aber von der Saftschorle bis zum Kräusen, vom Flammkuchen bis zum Schweinenackenbraten lockte uns so manches in die Bierburg, die ja nur ein paar Hundert Meter vom Haupteingang des Friedhofs entfernt liegt.
Kurzum: ein netter, geselliger Abschluss nach einer interessanten und lehrreichen Führung durch ein ganz besonderes Stück Karlsruhe.
Lerne deine Heimat kennen
Führungen in Stadt und Land gehören immer wieder fest in unsere Freizeitclub-Programme. Immer gibt es hier Neues zu entdecken und zu erfahren, nicht nur für Neubürger sondern auch für unsere "eingeborenen" oder lange hier wohnenden Mitglieder.
Vor kurzem erst hatten wir eine ausführliche Führung durch den Karlsruher Stadtteil Daxlanden, und demnächst erwartet uns die erste "Lügengeschichten-Führung" durch das Pfälzische Landau.
Bildergalerie: Hauptfriedhof Karlsruhe
Weitere Infos über die Karlsruher Friedhöfe finden sich z.B. auf https://www.friedhof-karlsruhe.de/.

Fotos © Freizeitclub Karlsruhe

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Kommentare

Jörg T.
20.10.2020, 08:42

Tolle Photos hier...

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