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Mit den Freizeitclubs unterwegs
Rundreise durch Georgien im wilden Kaukasus

Rundreise durch Georgien im wilden Kaukasus

Mit unserem Freizeitclub unterwegs am südöstlichsten Winkel Europas

Was fiel mir vor dieser Reise zu Georgien ein? Es ist der Sage nach das Land des goldenen Vlieses, guten Wein soll es dort geben und es ist das Geburtsland von Josef Stalin. Das war es dann auch schon. Umso neugieriger war ich, was unsere Reisegruppe vom Freizeitclub in den nächsten 2 Wochen erwarten würde. Doch ein wenig muss ich mich noch gedulden, denn es ist schon dunkel als wir in Tbilissi landen.

Am nächsten Morgen holt uns Nona, unsere Reiseleiterin, für einen ersten Stadtrundgang durch Tbilissi im Hotel ab. In der Stadt empfängt uns ein Mix aus alten und neuen Häusern und zahlreichen Kirchen. Wir schlendern durch enge Gassen und den berühmten Rustaveli-Boulevard. Hier haben wir auch die erste Gelegenheit Chachapuri zu probieren, das überbackene Käsebrot, welches für uns in den nächsten Tagen Bestandteil fast jeder Mahlzeit sein wird.

Altstadt in Tiflis

Auch die Teilnehmer unsere Reisegruppe lernen sich an unserem ersten gemeinsamen Reisetag näher kennen. Mit insgesamt 10 Freizeitclubbern aus ganz Deutschland sind wir dieses Mal eine eher kleine Reisegruppe. Was aber bei unserer Rundreise gar nicht so schlecht ist. Und so kommen wir schnell miteinander ins Gespräch. Abends haben wir noch Gelegenheit die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, mit einer Seilbahn auf einen der umliegenden Berge zu fahren und die Stadt von oben zu betrachten oder Tiflis auf dem Fluss Aragvi von einem Schiff aus zu betrachten.

Nicht nur an diesem ersten Abend sind wir zu Gast bei georgischen Familien und bekommen eine große Vielfalt der georgischen Küche zum Probieren. Ein wunderbares Reisekonzept, denn so bekommen wir nicht nur abwechslungsreiches Essen, sondern auch einen kleinen Einblick, wie man in Georgien so lebt. Der Austausch zwischen den Georgiern und uns läuft entweder mit Englisch oder einfacher für uns über Nona als Übersetzerin.

Der Kasbek, ein kleiner hoher Berg

Auf unserer Fahrt durch die Region Kachetien machen wir einen Zwischenstopp in einem Weinressort. Dort genießen wir nicht nur eine Weinverkostung, sondern auch einen Einblick in die spezielle Herstellungstechnik in Georgien. Den Jungwein gießt man in so genannte Quevri. Das sind in die Erde eingelassene Tongefäße, die dem Wein dann eine besondere Note verleihen.
Neben den kulinarischen Genüssen erwarten uns auch zahlreiche Klöster und Kirchen. Wir Frauen der Gruppe müssen für jede Kirchenbesichtigung einen langen Rock anziehen oder ein Tuch umwickeln und den Kopf bedecken, was immer zu Gelächter und lustigen Fotos führt. Aber das nehmen wir gerne in Kauf, gehören doch einige der beeindruckenden Klosteranlagen sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Dass Georgien auch richtig hohe Berge zu bieten hat, erleben wir auf unserem nächsten Streckenabschnitt, der uns zum Kasbeg führt. Und der ist mit etwas über 5.000 Metern nur der dritthöchste Berg des Landes. Eines der wohl bekanntesten Fotomotive in atemberaubender Kulisse lässt eröffnet sich bei unserer Wanderung nach Stephantsminda. Wie abgeschieden hier doch einstmals die Mönche gelebt haben mögen.

Unterwegs in der Höhlenstadt

Mit Uplisiche und Vardzia im südlichen kleinen Kaukasus besichtigen wir zwei sehr gut erhaltene Höhlenstädte. Wobei besichtigen heißt hier sich auf eine kleine Kletterpartie in der Felsenstadt vorzubereiten. Denn sicher wollten es die ehemaligen Bewohner vor den diversen einfallenden Räuberhorden ja haben. So wurde eben eine ganze Stadt, inklusive Kloster und Kirche, in den Berg gehauen. So einen Ort hatten wir zuvor auch noch nicht kennengelernt, eine Stadt für 20.000 Einwohner in einen Berg gegraben. Dafür hat sich unser schweißtreibender Aufstieg gelohnt.

Die Fahrten zwischen unseren Zielorten werden nicht langweilig, denn Nona weiß nicht nur viel über die Geschichte des Landes, sondern gibt uns auch immer wieder Einblicke in das aktuelle Leben in ihrem Land. Und geschichtsträchtig ist Georgien allemal. Unterwegs in Gori begegnen wir Stalin, in seinem eigens für ihn errichten Museum. Als Sohn der Stadt wurde er nämlich hier geboren und sein Geburtshaus ist heute noch auf dem Museumsgelände zu besichtigen.

In der Stadt der Wehrwohntürme

Weiter geht es Richtung Swanetien. Diese etwas abgelegene Region ist vor allem für ihre Wohntürme bekannt. Ein besonderer Höhepunkt ist der Besuch des Dorfes Ushguli tief in Swanetien, das wir nur mit Allradfahrzeugen über eine schmale Schotterstraße erreichen. Hier können wir uns so richtig vorstellen, wie hart und entbehrungsreich das Leben hier einst gewesen sein muss. Aber in diesem abgelegenen Winkel treffen wir auf gastfreundliche Menschen, die gut für unser leibliches Wohl und gute Stimmung sorgen.

Unsere letzte Reisestation ist die Küstenstadt Batumi, die mit ihrer breiten Strandpromenade, den hohen Häusern und ihrer Vergnügungsmeile vom Charakter her so ganz anders ist als Tiflis. Die abendlich lichterglitzernde Stadt erinnert eher ein wenig an ein Las Vegas am Schwarzen Meer Das goldene Vlies habe wir zwar nicht gefunden, aber reich beschenkt durch tolle Eindrücke fliegen wir zurück nach Deutschland.


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Kommentare

Diethard Wehn
13.06.2020, 10:31

Der Bericht macht auf jeden Fall Lust, dieses Land auch mal zu bereisen. Danke dafür!

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